Osteopathie
Die Osteopathie ist eine Form der Behandlung, die mit einem ganzheitlichen Ansatz die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Sie kann allein oder ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung angewendet werden.
Viele private Krankenkassen erstatten die Behandlungskosten ganz, und die meisten gesetzlichen Krankenkassen anteilig.
In welcher Höhe und wie viele Behandlungen Ihre Krankenkasse übernimmt, erfragen Sie bitte bei Ihrer Versicherung.
Für mehr Informationen schauen Sie auch gerne auf die Homepage des Osteopathie- Verbandes Freier Osteopathen e.V.
www.vfo.de
Ein Zitat aus der Geschichte der Osteopathie
Der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still (1828 – 1917) entwickelte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein neues Verständnis von Gesundheit und Krankheit und betrachtete dabei den Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Seele.
„Find it, fix it, leave it“ *
*Übersetzung: Finde es, behebe es und lass es dann in Ruhe
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Der Hexenschuss auf großer Bühne
Neulich klingelt das Telefon und eine Anruferin klagt über schlimme Schmerzen, die sie fast zur Unbewegunglichkeit verurteilen. Soweit so ungut, aber zudem habe die Dame am Wochenende einen Auftritt vor großem Publikum und in ihrem jetzigen Zustand ginge das praktisch nicht.
Wir machen rasch einen Termin aus und in der Tat kann sie sich kaum bewegen. Nach der Behandlung ist sie erleichtert, kann sich besser bewegen und ist sowohl fast schmerzfrei als auch zuversichtlicher. Zur Sicherheit vereinbaren wir noch einen Nachfolgetermin für den nächsten Vormittag vor dem Auftritt. Erleichert zeigt sie sich nachher erkenntlich und kündigt an, an der Abendkasse zwei Karten für mich und meinen Mann zurücklegen zu lassen.
Gebannt schaue ich mir dann abends die Aufführung an. Sie muss zwar keine Flickflacks und Handstände vollführen aber dennoch im Rahmen ihrer Rolle auch körperlich so agieren, dass sie das in ihrem Zustand vom Vortag wohl nicht gekonnt hätte. Große Erleichterung bei mir (und wohl noch größere bei ihr und ihrem Team). Nach der Vorstellung als ich meinen Mantel hole, kommt sie ins Foyer gestürmt und fällt mir um den Hals. Alles gut gegangen! Wir werden uns wohl nicht mehr wiedersehen, da es für sie ein Gastspiel in unserer Region war. Vor Freude glatte zwei Centimeter gewachsen fahre ich nach Hause. "Lassen Sie mich durch, ich bin Osteopathin!" möchte ich am liebsten allen zurufen."
Noch ein Hexenschuss - in fremder Sprache
Nachmittags bekomme ich einen Anruf. Glücklicherweise just zwischen zwei Terminen, so dass ich den Anruf sofort entgegennehmen kann. Eine verzweifelte Frau mittleren Alters, die unter oben erwähntem Hexenschuss leidet. Keine Bewegung sei möglich. Sie hat doppelt Glück, denn mein Notfalltermin am Ende der Sprechzeit ist noch frei. Sie kommt in Begleitung ihres Mannes, der ihr die Tasche trägt und aus der Jacke hilft. Die Frau kann sich kaum bewegen.
Ehrlich gesagt habe ich immer noch bei solch akuten Fällen die innere Frage, ob es denn dieses Mal auch wieder klappen wird mit dem Helfen? Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Wie immer führe ich mit der Patientin ein Anamnesegespräch, um zu erfahren ob akute Vorerkrankungen oder Kontrainidikationen vorliegen, was schon alles versucht wurde um Abhilfe zu schaffen und was den Schmerz ausgelöst hat. Wir beginnen mit der Untersuchung, die Sicherheitschecks, Tests und Tastbefunde enthält. Dann beginnt die Behandlung. Bevor ich zu manuellen osteopathischen Manipulationstechniken komme, um einen bestehenden Beckenschiefstand sanft zu korrigieren (wohlgemerkt reicht dazu eine einzige Behandlung manchmal nicht aus), führe ich eine dosierte Faszientherapie im Bereich des Rückens, der Hüfte und der Beine durch. Ja, das ist wahrlich keine Streichelmassage. Es sollte dabei zu einem Wohlweh-Schmerz kommen, den man mit einem leichten Brennen oder Ziepsen vergleichen kann.
Die Patientin spricht sehr gutes Deutsch aber kommt ursprünglich aus einem anderen Sprachraum. Während der Faszientherapie frage ich immer wieder, ob ich zu kräftig vorgehe und den Druck lieber reduzieren solle? Sie wechselt immer öfters in ihre Sprache und kommentiert deutlich was ich tue, aber sagt auf Deutsch, dass es ok sei. Ihre Kommentare in ihrer Sprache werden trotzdem lauter und ich frage sie mit einem Augenzwinkern, dass es wohl gut sei, dass ich ihre Sprache nicht verstehe? Sie grinst über beide Backen und wir müssen beide sehr lachen. Der Bann ist gebrochen. Ab jetzt funktioniert die Kommunikation und ich kann die Faszientherapie wohl dosiert durchführen. Nun ja, Streicheln ist es dennoch nicht! Nach der Behandlung richtet sie sich erst ein wenig mühsam auf aber kann eigenständig von der Behandlungsbank aufstehen und sich alleine anziehen. Sie bestätigt, dass sie sich wesentlich besser fühle und dankt mir sehr. Ich danke ihr ebenfalls und freue mich einfach, dass es doch wieder geklappt hat mit dem Helfen :-)
Osteopathie Praxis
Heike Geißler
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